Lebendig und gleichzeitig in sich ruhend, offen und gleichzeitig klar in einem Wort – achtsam

Bikkhu Annalayo

Achtsamkeit und auch Meditation bedeuten im Grunde nichts anderes, als sich der Erfahrung, die sich von Augenblick zu Augenblick entfaltet, gewahr zu werden. Indem wir üben, die Gegenwart so anzunehmen wie sie ist, kann die Praxis der Achtsamkeit tief transformierende Wirkung auf das tägliche Leben haben. Wir können lernen, Dinge zu genießen und wir können lernen, mit großen Härten umzugehen und es mit dem Leben, so wie es ist, aufzunehmen.

Die Gedanken neigen dazu, in die Vergangenheit oder Zukunft abzuschweifen. Die Aufmerksamkeit auf den Moment zu richten bedeutet, aus diesem Gedankenkarussell auszusteigen. Wenn wir es schaffen, uns nicht in Vergangenheit oder Zukunft zu verstricken, nicht zu urteilen, zurückzuweisen oder etwas anderes haben zu wollen als das, was im Augenblick geschieht, dann sind wir präsent. Dann sind wir völlig lebendig und wach für das eigene Leben.

Die Aufmerksamkeit auf das Jetzt erzeugt Energie, einen klaren Kopf, Ruhe, Freude und Glück. Achtsamkeit ist verbunden mit Wohlwollen, Nachsicht und Mitgefühl sich selbst und anderen gegenüber. Sie lässt eine Weite entstehen, die befreiend wirkt und das Vertrauen in das Leben stärkt. Das Praktizieren fördert Wachstumsprozesse auf jeder Ebene, macht widerstandsfähig und stärkt darin, es mit dem Leben, so wie es ist, aufzunehmen.

Ein Film von Mirjam Leuze